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Das Landesjugendorchester Baden-Württemberg gab ein prächtiges Konzert zu Ehren des Jubiläums 50 Jahre Musikschule Steinheim – von Marita Kasischke

Artikel vom 09.11.2021

Eigentlich war aus Anlass des 50. Geburtstages der Musikschule Steinheim ein Festjahr geplant, so Bürgermeister Holger Weise in seiner Begrüßung am Samstagabend in der Albuchhalle, aber das war coronabedingt nicht möglich. Ein Jubiläumskonzert aber schon, und das fand nun am Samstag vor großem Publikum statt. Und passender hätte das Konzert für das Jubiläum gar nicht sein können: Das Landesjugendorchester Baden-Württemberg war zu Gast, das besteht ja durchweg aus Musikernachwuchs, aus den besten Talenten des Landes, die ihre ersten Takte wohl in Musikschulen gelernt haben. Wozu sich das weiterentwickeln kann, das zeigten die 75 jungen Musikerinnen und Musiker so eindrucksvoll, dass es am Ende langanhaltenden und nicht selten im Stehen verabreichten Applaus gab.

Den hatten sich die souverän spielenden Musikerinnen und Musiker auch redlich verdient mit einem Programm, das – und das machte den Abend des Weiteren jubiläumskompatibel – eine große Vielfalt der Musik zeigte und dieses mit hohem Anspruch kombinierte. Und mit selten gehörten Kostbarkeiten wie beispielsweise die Hinterlassenschaft des belgischen Komponisten Guillaume Lekeu „Prélude zum 2. Akt“ aus der geplanten  Oper „Barberine“. So wohlklingend dieser Name ist, so wohlklingend ist das gesamte Präludium: Einschmeichelnd und gefühlvoll  und dabei feierlich, schwer in Tiefgang und Anspruch bot es dem Orchester gleich zum Auftakt beste Gelegenheit zu zeigen, was in ihm steckt. Und das ist eine Menge: Virtuos spürte das Orchester die dynamischen Finessen, die melodiöse Erhabenheit und Schönheit des Werkes auf und setzte es zu strahlender Fülle um. Zu schade, dass Lekeu diese Oper nicht vollende konnte, das Präludium ist als einziges Stück daraus geblieben, und dessen Glanz machte Lust auf mehr. Gut aber, dass das Orchester es aufgestöbert und ihm zu diesem Glanz verhalf, der Lust auf mehr machte.

Mehr gab es auf jeden Fall vom Orchester, und zwar ein völliges Kontrastprogramm. Von der melodiösen Eingängigkeit ging es zum Spiel der Dissonanzen bei André Jolivets Concertino für Trompete, Streicher und Klavier, das als wahrer Prüfstein für Trompeter gilt. Solist Jón Vielhaber nahm ihn souverän und beeindruckend. Er brillierte mit schnellen Läufen, fulminante Repetitionsfiguren unter Einsatz der Tripelzunge – jede technische Anforderung, an denen das Werk nicht arm ist, meisterte der 20jährige Schwäbisch Haller bravourös und die „Bravo“-Rufe blieben nicht aus. Auch Linus Dönneweg muss erwähnt werden: Der Pianist erwies sich als adäquater Partner in diesem Werk, in dem alle, Solisten wie Orchester, vor ganz eigene Herausforderungen gestellt sind.

Zusammengeführt wurden alle unter dem Dirigat von Joseph Bastian, der bereits in vielerlei namhaften Orchestern am Pult stand. Die jungen Musikerinnen und Musiker konnten sich jederzeit auf seine klare und sehr einfühlsame Leitung verlassen, während er alles aus ihnen herausholte.

Hatte das Orchester sein Publikum schon mit diesem ersten Teil für sich eingenommen, so setzte es im zweiten Teil noch einen drauf mit Bruckners Sinfonie Nr. 3 d-moll in der Fassung von 1889 – jene, mit welcher Bruckner, nachdem er mit der ersten Fassung gnadenlos durchgefallen war,  über die Maßen gefeiert wurde. Gefeiert wurde das Werk auch an diesem Abend, so aufwühlend und packend wie es präsentiert wurde. Und dazwischen die federleichten tänzerischen Passagen, die so luftig und anmutig gelangen, dass die Zuhörer direkt ins Schwärmen geraten konnten. Was sie auch taten, mit sehr langem Applaus, wie schon gesagt. Der galt den Künstlern des Abends, aber auch der 50jährigen Musikschule, stellvertretend für alle Musikschulen, die schließlich dafür sorgen, dass so etwas Wunderbares hervorgehen kann wie das Landesjugendorchester Baden-Württemberg, das auch tatsächlich noch so heißt. Und nicht etwa „The bänd in the länd“.

 

*** Zum 18. Mal gastierte das Landesjugendorchester Baden-Württemberg bereits in Steinheim. Die Herbsttournee in diesem Jahr führte das Orchester noch nach Weikersheim, Göppingen, Weingarten, Trossingen und Waiblingen. ***

Infobereiche

Highlights

Musikalische Früherziehung

Durch den kreativen Umgang mit Musik (experimentieren, erforschen, improvisieren etc.) erleben die Kinder Freude an Musik, Klang, der eigenen Stimme und am Instrument. In vielfältigen Angeboten (Klanggeschichten, Bewegungstänze etc.) lernen die Kinder Musik als Ausdrucksmittel kennen.

Musikalische Früherziehung für Kleinkinder

Bereits ab 9 Monaten können Sie Ihre Kinder in unsere Musikschule anmelden. Auf spielerische Art und Weise führen wir die Kleinkinder in Eltern-Kind Gruppen/Kursen an das Thema heran.